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     Massachusetts

Massachusetts 2014

Italian Bee Gees in Kiel

Die ganze Halle feierte

Von Thomas Richter |  
08.02.2014 14:20 Uhr

Okay, man darf bei Tribute-Bands durchaus geteilter Meinung sein. Man könnte von Trittbrettfahrern sprechen, von kreativen Leichtgewichten, die sich mit fremden Federn schmücken, deren Glanz und Klasse sie nie erreichen würden. Und man kann sich ganz vorurteilsfrei in so eine Show setzen und feststellen, dass es hier himmelweite Unterschiede gibt. Eine der vielleicht besten Formationen sind die Italian Bee Gees. Mit dem Musical „Massachusetts“ begeisterten sie in der Sparkassen-Arena und ließen die etwa 1500 Zuschauer schon am Freitagabend im echten „Saturday Night Fever“ glühen.
Kiel. Vielleicht ist es der ganz ehrliche, tiefe Respekt, den die drei Brüder Walter, Davide und Pasquale Egiziano ihren englischen Vorbildern entgegenbringen, einer der markantesten Unterschiede zu  zwielichtigeren Nachlassverwaltern. Ohne Koketterie, aber auch ohne Naivität, sondern auf künstlerisch erstaunlichem Niveau konzertieren sich die drei durch die Lebens- und  Erfolgsgeschichte der laut Guinness-Buch der Rekorde „erfolgreichsten Familienband aller Zeiten.“
Dazu gehört auch, dass die Italian Bee Gees gerade in Bezug auf Äußerlichkeiten die Legende eher zitieren statt kopieren. Kostüme und Aussehen sind zwar irgendwie entlehnt, aber eben nicht mehr. Dafür ist die Ähnlichkeit der Stimmen, die sich gerade in den für die Bee Gees so exemplarischen sehr dichten Satzgesang offenbart, frappant. Um diese Songs überzeugend auf die Live-Bühne zu bringen, sind schon erhebliche musikalische Kenntnis und viel Können vonnöten. Deswegen hat der letzte überlebende Bruder Barry Gibb der Show persönlich seinen Segen gegeben, und mit Blue Waver ist sogar der original Bee Gees Keyboarder als Star-Gast mit an Bord.
Von einem grandiosen Jesse Garon als durchgeknallter BBC-Reporter moderiert und mit allerlei Video-Projektionen und Originalmaterial angereichert, umfasst der Abend ziemlich vollständig die Biografie der schon als Kinder musizierenden Gibb-Brüder. Von Spicks And Specks, ihrem ersten Nr.-1-Hit in Australien, und den 60er-Ohrwürmern Massachusetts, Words, oder I’ve Gotta Get a Message to You über den absoluten Höhenflug der Siebziger Saturday Night Fever (mit einer  atemberaubenden Tanzeinlage von Patrick Dudek, der 2002  den Wettbewerb „Disco Fieber - Deutschlands bestes John Travolta Double“ gewann) bis zu den Achtzigern (You Win Again) und Neunzigern und ihrer letzten gemeinsamen Platte This Is Where I Came In (2001).
Um das Bild zu komplettieren, werden von den Sängerinnen Letizia Mongelli und Laura Ugolini zwischenzeitlich auch einige der vielen Hits interpretiert, die die Bee Gees für Weltstars wie Diana Ross, Barbra Streisand oder Celine Dion komponiert haben. Zum großen Show-Finale hatten dann die Tänzerinnen und Tänzer der Kieler Tanzschule K-System ihren berauschenden Auftritt.

Da stand  bereits die gesamte Halle und feierte die Hits, die Geschichte, den Abend und die besten Bee Gees seit den Bee Gees.

Aurich

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